Welche Zutaten sind wichtig?

Unbenannt

Liebe Leser/innen, inspiriert von einer neulich geführten Diskussion, würde ich gerne mal ein Thema auf den Tisch bringen, welches die „Geister“ der Pflege teilen wird. Pflege: Berufung? Beruf? Profession? Ein Berufszweig mit den Zutaten: Empathie und einem Schuss Nächstenliebe.

Ein bisschen im Köpfchen sollte man auch haben. Schau ich mir die unterschiedlichsten Stellenausschreibungen an, muss ich oft schmunzeln. Flexibilität, Zielstrebigkeit, Teamfähigkeit und die Bereitschaft zu Schicht – und Feiertags/Wochenenddienst.

Was bekommt man dafür? Die Mitarbeit in einem motivierten Team, interne / externe Fortbildungen und eine Bezahlung nach Haustarif.

Mal im Ernst? Kotzt euch das nicht auch an? Ich meine, die gleichbleibenden Formulierungen mit dem Versprechen, genau in diesem Altenheim oder jenem ambulanten Pflegedienst seine Pflegezukunft zu finden?

Ehrlich: Ich fühle mich nicht mehr angesprochen! Das was die Heime und Dienste suchen sind Pflegekräfte, die den Pflegeschlüssel auffüllen. Ob ich als Bewerber nun eine mega ordentliche und perfekt formulierte Bewerbung abgebe oder nicht…macht das überhaupt noch einen Unterschied? Wo trennt sich die Streu vom Weizen und was macht es mit den Pflegekräften, die wirklich gut und gerne in ihrem Beruf arbeiten? Werden wir unter Wert verkauft oder ist es eine Chance, auf dem eh schon kaputten Pflegemarkt den perfekten Arbeitgeber zu finden?

Dann gibt es noch die Gattung Pflegekraft, die glaubt, dass sie in den Himmel kommt, weil sie alle Omas und Opas so lieb hat und der Glaube an menschliche Nächstenliebe ihr Konto auffüllt!

Altenpflege/Krankenpflege ist ein Beruf wie jeder andere…auch wenn man sehr viel Herz benötigt, sollte man die professionelle Distanz bewahren. Sonst bleibt die Pflege weiterhin ein „Arschabwisch- über den Kopf streichel“ Beruf!

Wie wertvoll ist denn nun eine Pflegekraft? Was suchen die Einrichtungen und was würde den Bewohnern und Angehörigen zu gute kommen? Kann man den Wert einer Pflegekraft wirklich messen?

Wandervögel auf der Suche nach dem Paradies…

Team 3

Einarbeitung, Räumlichkeiten kennen lernen, Dokumentationssystem verstehen lernen, Kollegen vorstellen und am Ende sind unzufriedene Bewohner, Patienten oder Kunden die ein langes Gesicht machen.
Eine Situation die mit Sicherheit jede Pflegekraft zu genüge kennt. Entweder weil sie selber von Einrichtung zu Einrichtung pilgern, in der Hoffnung, den perfekten Arbeitgeber zu finden oder weil sie immer wieder neue Kollegen, auf der Durchreise ins Paradies kennen lernen.
Nicht, dass die Situation in Pflegeeinrichtungen schon angespannt genug wäre, nein, die Schuld wird immer verlagert. Sind es die Einrichtungen die für Unruhe stiften? Sind es die Pflegekräfte die den Arbeitshimmel auf Erden suchen? Sind es die Vorgesetzten die unmögliche Arbeitsplätze schaffen oder ist es das böse System was uns zu Wandervögeln macht?
Ich meine, was suchen wir den wirklich, mhhh? Einen Arbeitgeber der uns für viel zu viel Arbeit gut bezahlt oder der uns wenig Arbeit gibt und uns schlecht bezahlt?
Was wohl jede Pflegekraft möchte, ist ein Team, welches hinter einem steht wenn die Hütte brennt…Kollegen auf die man sich verlassen kann und mit denen man auch Spaß bei der Arbeit hat. Aber wie soll das funktionieren wenn jeder das Handtuch wirft, sobald es schwierig wird?
In manchen Fällen ist reden eben doch Gold!!!
Natürlich gibt es Einrichtungen wo die Arbeitsqualität keinen Euro wert ist, alleine die Quantität dort zählt. Ich möchte bestimmt nichts beschönigen. Mein Wunsch ist es einfach das man sich das Gefühl mal in den Kopf ruft, wie schlimm es ist, wenn sich schon wieder ein Kollege verabschiedet. ..schon wieder wer neues kommt…abgesehen davon wie schlimm das für „unsere“ Bewohner oder Kunden ist…

Wenn Oma und Opa sich nicht mehr lieb haben – Gewalt in der häuslichen Pflege

Wenn Oma und Opa

Liebe Leser/innen, oft werden große Beiträge in Zeitungen veröffentlicht, wo es um Gewalt in Pflegeheimen geht, um Pflegekräfte die ihre „Machtposition“ gegenüber von Bewohnern und Patienten ausspielen. Ein riesiger Aufschrei geht wieder durch das Volk und die bösen Altenheime und Pflegekräfte werden wieder einmal über einen Kamm gezogen….
aber darum es soll es in meinem heutigen Beitrag nicht gehen!

Aus der jahrelangen Praxis weiß ich, dass in den eigenen vier Wänden auch viele schlimmer Dinge passieren. Opfer werden zu Tätern oder Täter zu Opfern…warum ist das so?
Eine Pflegesituation in der Häuslichkeit ist für alle Beteiligten immer eine große psychische und physische Belastung. Egal ob Oma oder Opa Hilfebedürftig wird. Oft helfen Angehörige so gut wie sie können und versuchen Unterstützend mitzuwirken. Aber trotzdem kommt es oft zu Unstimmigkeiten weil sich gerade dementiell Veränderte Menschen schwieriger lenken lassen oder sein kompletter Charakter sich ändert.
Missachtung, böse Worte oder Schläge sind nicht die Seltenheit bei solchen Situationen.
Der liebe Opa wird plötzlich „anders“ und fängt an zu schlagen. Die liebe Oma wird laut und benutzt Worte die eine Tochter niemals aus Mamas Munde gehört hat.
Der Grund dafür sind oft Überforderung, Hilflosigkeit und Angst vor dem was noch kommen wird.
Dann hat sich plötzlich keiner mehr lieb und die Situation die vorher harmonisch wahr kippt in eine Aggressive Haltung und in ein „aneinander Vorbeileben“.

Im meiner Arbeit im ambulanten Pflegedienst habe ich solche Situationen schon öfters mitbekommen. Na klar, jetzt könnte man sagen:“ Oma muss da raus…“oder :“ wir benachrichtigen die Polizei“…natürlich ist es auch mit unsere Aufgabe acht zu geben, beratend zu agieren und die Situationen zu entschärfen, aber kann man das immer?
Gibt es einen Weg und wie sollte man mit solchen Situationen umgehen?

Ich fühle mich wie ein Baby

Zimmer

„Ich kann es nicht mehr lange halten…“ denke ich mir und schaue aus den zugezogenen Gardinen. Die ersten Lichtkegel fallen durch die Lücken. „So lange kann es nicht mehr dauern dann wird die Schwester doch kommen, oder?“ Ich drehe mich etwas auf die Seite und stelle die Beine an. Mein Rücken schmerzt aber eine andere Position wird mich länger aushalten lassen. Es vergehen weitere Minuten. Leider schaffe ich es nicht auf die Uhr auf den Nachtschrank zu schauen. Auf dem Flur kann man Schritte hören und ich hoffe das meine Zimmertür bald auch auf geht. „Sollte ich vielleicht auf die Klingel drücken?…Eigentlich ist die doch nur für Notfälle da!…Etwas werde ich sicher noch aushalten.“ So langsam werde ich unruhiger. Ich fahre mir mit der rechten Hand unter die Bettdecke und taste zwischen meine Beine. „Habe ich mich vielleicht schon etwas nass gemacht? Oh, bitte nicht. Ich möchte den Schwestern doch nicht noch mehr Arbeit machen.“
Wenn ich doch aufstehen könnte…einfach zur Toilette gehen…keine Hilfe bräuchte. In die Hose machen …wie schrecklich.
Weitere Minuten vergehen. Dann, endlich, die Tür geht auf und ich kann das Flurlicht in mein Zimmer strahlen sehen. Eine in weiß gehüllte Person betritt das Zimmer. Sie tritt ein mein Bett, ich kann nur die Schatten sehen. Der Schatten flüstert mir leise zu das es noch etwas dauern wird bis ich aus dem Bett komme. „Nein, bitte nicht…ich muss so nötig auf die Toilette und kann es nicht mehr länger halten“ schreie ich stumm.
Der Schatten kommt nochmals näher und reicht mir einen Becher mit Wasser zu trinken. „Nicht noch was trinken…dann wird es ja noch schlimmer!“
Der Schatten entfernt sich und nachdem sich die Tür wieder geschlossen hat taucht mein Zimmer wieder in ein graues Licht ohne Hoffnung auf „Erlösung“.
Mit der Tür, schließt sich mein mein Mut. Ich fühle mich wie ein Baby nur das ich nicht schreien kann.
Innerlich weine und schreie ich…äußerlich löst sich eine kleine Träne, die über meine taube linke Wange rollt. Ich träume mich an einen anderen Ort und merke wie es warm wird. Meine Blase leert sich und es fühlt sich an wie eine innere Niederlage…ich fühle mich dreckig und unsauber.
Mit viel Mühe schaffe ich es an den Klingelknopf zu kommen. Die Tür öffnet sich, das Licht im Zimmer wird angemacht und blendet mich. Schwester Ute steht vor meinem Bett.
„Haben sie nicht gemerkt das sie zur Toilette müssen?…das ist nicht schlimm, wir machen eine neue Einlage um!“ Sie schaut mich freundlich an.
„Ich wünschte mir manchmal, dass Pflegekräfte Gedanken lesen könnten.“

Zu menschlich für die Pflege…Burnout, ich komme!

…ein Balanceakt, den jede Pflegekraft schon einmal hatte. Sicher, nicht nur wir versuchen Tag für Tag zwischen unserer „guten und bösen Seite“ eine passende Balance zu finden. Gerade Berufen bei denen es um andere Menschen geht, Menschen die unsere Hilfe brauchen, fällt ein Gleichgewicht zu halten oft schwer.
Lange Rede, kurzer Sinn…es kotzt einen schon an, oder? Nach Hause kommen und grübeln, ob ich an alles gedacht habe? Alle Bedürfnisse und Wünsche eingeordnet, sortiert und erfüllt? Alle Berichte geschrieben und brav alle Handzeichen gesetzt? Alle Medikamente richtig verteilt und jede Lagerung dokumentiert. Bei der Übergabe etwas vergessen?
So und dann heißt es immer so schön: „Man darf nichts gedanklich mit nach Hause nehmen, das macht einen kaputt!“ Mach mir das mal einer vor!
Ja was denn? Im Spint kann ich es ja nicht lassen!

Kennt ihr das: Telefon, Visite, voller Katheterbeutel und Frau Meier hatte Durchfall im Flur? Na sicher…aus der Chefetage hörte ich oft:“ Sie müssen sich besser koordinieren und delegieren.“ Mhhh ne ist klar, ist ja nicht so, dass die Kollegen auch schon über den Wohnbereich joggen um den Rest „abzuarbeiten“!
Nein, auch dies soll kein Beitrag sein, wo ich später über den Kopf gestreichelt werden möchte, sondern ein nach außen stellen was mich jeden verdammten Tag im Alltag stört.
Für Freunde, Bekannte und die Menschen, die es in meinem Umfeld interessiert, kann ich immer an einem erlebten Beispiel fest machen was mich jedes mal traurig macht.
Ich habe an Weihnachten Dienst gehabt, versucht den Frühdienst „besonders“ zu gestalten. Etwas mehr Zeit für die einzelnen Pflegen zu haben und auch mal ein kleines Gespräch zu führen. Zwischen Tabletten verteilen, Insuline verabreichen, Essen verteilen und Telefonaten ist mir das sogar gelungen (wobei ich dabei am Stock ging). Meine Kollegen und ich haben einen stressigen, aber für die Bewohner angenehmen Morgen gestaltet. Zufriedenheit machte sich in mir breit.
Dienst beendet, auf dem Weg zum Ausgang saß eine alte Dame im Rollstuhl, schaute mich an und sagte mir mit weinenden Augen, dass doch alles so schlimm sei hier ,ob ich sie nicht mit nach Hause nehmen könnte (scherzhaft gemeint).
Das, liebe Gemeinde, hat mir mein Weihnachtfest versaut!!!

Kritische Stimmen könnten jetzt laut werden:“ Dann ist das der falsche Beruf…so was muss man ab können!“ Bitte? Ich dachte wir wären alle so schrecklich empathisch.
Da frage ich mich doch: Kann man gleichzeitig total empathisch und professionell sein, aber gleichzeitig die innere und äußere Haltung so unter Kontrolle haben, dass diese alte Dame einfach nur eine Bewohnerin ist, die jetzt Pech hat, weil sie hier bleiben muss und ich unter meinem Baum glücklich bin?
Kämpft man dann Tag für Tag, Woche für Woche mit sich und seinen Gedanken, wird es früher oder später auf ein Burnoout hinaus laufen.
Sollte man vorher die Reißleine ziehen und sich eingestehen das man zu menschlich für diesen Beruf ist?
Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass ich dir Reißleine inzwischen gezogen habe!

Warum Pflegekräfte nicht streiken und trotzdem nicht mehr Geld haben!

streik

Sehr geehrtes Pflegepersonal, sehr geehrte Angehörige und Liebhaber der Pflege,

heute möchte ich mal mit klaren Worten niederbringen, was mir tierisch unter der Haut juckt. Streik, ein großes Wort, gerade in diesen Tagen. Erst GDL, jetzt Kitas und wer weiß, wer noch folgt. Kein Plan, aber ich weiß wer nicht folgt: Pflegekräfte! Warum? Das möchte ich auch versuchen zu verstehen!
Nun, Tatsache ist, dass die Luft in Pflegeeinrichtungen brennt. In der einen mehr, in der anderen weniger. Begründen muss ich das sicherlich nicht, denn man hört ja nichts anderes mehr.
Zu wenig Geld, zu wenig Personal, zu dumme Chefs, gemobbte Kollegen oder alles auf einmal. Sicher jede PK hat schon einmal geschimpft, geflucht oder rumgeheult, da schließe ich mich nicht aus. Bestimmt auch häufig gerechtfertigt! Was passiert? Nichts! Wir schieben weiter Überstunden, machen Nachtdienste, obwohl wir tagsüber nicht schlafen können, springen immer ein, obwohl alles andere leidet und sind am Ende des Monats dann doch irgendwie zufrieden, obwohl wieder zu wenig Kohle auf dem Konto gelandet ist.
Da ich aus Interesse sehr viel auf Facebook unterwegs bin, bekomme ich die dollsten Dinge zu lesen. Oft kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln und denke mir meinen Teil, aber manchmal würde ich am liebsten explodieren und den Kollegen, der „jammert oder schimpft“, schütteln.
Warum, liebe Gemeinde, lassen wir das alles mit uns machen? Warum gehen wir nicht auf die Straße, warum legen wir die Handschuhe und Bettpfannen nicht einmal nieder und lassen die Bewohner/Patienten mal für einen Tag Bewohner/Patienten sein?
Weil wir das den armen, alten und hilfebedürftigen Menschen nicht antun können? Weil wir Pflegekräfte mit extra Empathie ausgestattet wurden und beim lieben Gott ein extra Eis bekommen oder weil unser Chef uns so gut dafür entlohnt und die Politik uns jeden Monat einen Blumenstrauß schickt?
Mal im ernst, ich bekomme oft zu hören, dass man das nicht über das Herz bringen kann, dass es unsere Pflicht ist und das man Menschen nicht so behandeln kann.
Können wir unsere „Schutzbefohlenen“ in ihrem Urin liegen lassen? Dürfen wir für 24 Stunden nur eine Fachkraft abstellen, die sich um Medikamente und Injektionen kümmert?
Warum denn nicht? Nur so kann man Zeichen setzen! Was glaubt ihr denn, was das für einen Aufschrei in allen Reihen gäbe? Die Gesichter von Einrichtungleitern, Betreuuern, dem MDK und Angehörigen…Kommunen und Politik ich würde sie gerne sehen, zu gerne!
Klar, da werden Stimmen laut…die Leidtragenden sind die Bewohner. Stimmt!
Aber sind sie das nicht sowieso…das was wir jetzt machen Leute, ist für viele Bewohner und Patienten eine Qual auf Raten!
Nein, ich möchte damit jetzt keinen Shitstorm auslösen und auch nicht auf die Tränendrüse drücken oder rumjammern…ich möchte einfach nur mal „aufwecken“ und meinem Frust Luft machen.

Pflegeheim mit Massageraum und Disco…

Altenheim

…die Playstation ist Bestandteil in jedem Zimmer, Laptop und Handy gehören zur Standardausrüstung, ein Flachbildschirm hängt an der Wand und eine Kurzwahltaste verbindet uns direkt mit dem ortsansässigen Pizza Service.

Es gibt sehr viele neue Pflegeeinrichtungen in Deutschland. Attraktive Häuser, Springbrunnen vor der Tür, ein leuchtender Empfangsbereich mit hübschen Möbeln und hellen Gardinen. Auch die Wohnbereiche sind wirklich vorbildlich und gemütlich gestaltet. Helle Flure, wo uns warme Farben den Weg zu den einzelnen Bereichen weisen. Bunte Leinwände an den Wänden oder Fotos die an früher erinnern sollen.
Sicherlich hat sich sehr viel verändert in den letzten Jahrzehnten. Wissenschaftler, Architekten und Pflegeprofis handeln nach höchstem Wissensstand und lassen gute Ideen aus Erkenntnissen einfließen.
Erinnern kann ich mich noch an mein erstes Praktikum in einer Pflegeeinrichtung. Das Altenheim war ein Haus geschätzt aus den 30iger Jahren. Lange dunkle Flure, graue Wände von innen und außen. Der Knüller war eine Stufe mitten auf dem Flur! Die Bewohner mussten mit einer Art Lifter von der einen Flurhälfte zu anderen befördert werden. Sturzgefahr und Verletzungsrisiko erster Klasse. Seit dem dachte ich jedes Altenheim sieht so von innen aus! :-)
Aber ich wurde eines besseren belehrt. Ein paar Jahre später arbeitete ich in einer Einrichtung die prunkvoller, strahlender und hervorragender nicht hätte sein können. Marmorfußboden im Empfangsbereich die immer auf Hochglanz poliert waren, ein riesiger Speisesaal, der eher einem Restaurant glich und schöne Wohnbereiche.
Zu diesem Altenheim fällt mir heute nur noch ein Satz ein:“ Außen hui, innen pfui!“ Menschlich und pflegerisch gesehen war dieses Haus eine Katastrophe.
Was ich damit sagen möchte: Pflegeeinrichtungen lassen sich nicht immer vom Äußeren beurteilen. Ob ein Haus alt oder jung ist spielt bei der Pflege keine Rolle!

Jetzt stellt euch vor: Ihr dürft eine Pflegeeinrichtung bauen, eine die Euch auch gefallen würde. Eine die sämtlichen Luxus beinhaltet, den Ihr euch wünscht. Geld spielt keine Rolle.
Welche Räume dürften nicht fehlen, welches Equipment braucht Ihr, um Euch wohl zu fühlen?
Ich bin so gespannt auf Eure kreativen und verrückten Vorschläge!

Heute gibt es Leberwurstbrot in Tee an Quark

„Was gibt es heute zum Frühstück?“ fragt Frau Sommer. „Leckeres Leberwurstbrot, einen Tee und Quark mit Marmelade.“

www.smoothfood.de

Frau Sommer hat eine Schluckstörung. Aufgrund einer motorischen Einschränkung kann sie nicht mehr eigenständig essen. Eine Pflegekraft muss ihr das Essen anreichen.

Aus meinem Pflegealltag kenne ich die „leckersten“ Menüs , die man sich nur vorstellen kann: püriert und mundgerecht zubereitet…vermischt und untergehoben…übergossen und durchgemischt oder einfach mal gerührt und nicht geschüttelt. Irgendwie muss das Essen ja zeitnah „schluckfreundlich“ gestaltet werden. Daher ist es nicht selten, dass der Kaffee oder die Milch über das Brot gegossen wird…gerne auch vermischt mit Quarkspeise.

www.smoothfood.de

Küchen in Pflegeeinrichtungen sind auf Bewohner oder Patienten mit Schluckbeschwerden natürlich eingestellt. Zu wählen gibt es dort „passierte Kost“ oder eine leckere Milchsuppe, die zum Beispiel zum Frühstück mit auf den Wohnbereich geliefert wird. Oft habe ich mich beim Blick in den Topf gefragt: „Was ist das?“ Erst der Speiseplan enthüllte die Menüzusammenstellung. Bald täglich erblickt man Kartoffelpüree und dazu eine fleischige Zusammenstellung in weißer Soße.
Ehrlich…mir würde das auch nach einer Woche aus den Ohren kommen.

Aber es gibt Möglichkeiten die Speisen „aufzupeppen“ und abwechslungsreich zu gestalten.
Das Zauberwort heißt „Smooth food“. Weg vom Einheitsbrei…Essen mit allen Sinnen.
Lebensmittel werden von mehreren Köchen so entwickelt und gestaltet, um den Anspruch an Speisen und Getränken auch für Menschen auf hohem Niveau zu halten. Alle Sinne sollen mit diesen Lebensmitteln angesprochen werden. Keine „Pampe“ , sondern geformtes Fleisch, keine an- gedickten Kaffeebreie, sondern luftige Schaumgetränke, die einem Cocktail ähneln.

Weitere Informationen, Tips und Links zu Produkten findet ihr auf www.smoothfood.de

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Schließlich sollte man nie vergessen:“ Das Auge isst mit!“…In diesem Sinne guten Appetit!

„Burnout ist out!!!“

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Arbeiten bis zum umfallen, eigene Bedürfnisse in den Schatten stellen um später als immer fleißig und anerkannter Mitarbeiter in ein Burnout Syndrom zu wandern und trotz tiefer Erschöpfung noch als Held der Arbeit gefeiert zu werden.

Früher als Managerkrankheit bezeichnet, heute als Volkskrankheit verschrien. Die Diagnose „Burnout-Syndrom“ hat in den letzten Jahrzehnten immer mehr „Gelbe Scheine“ verziert. Egal welche Berufsbranche oder welche Institution…viele Ärzte aber auch Patienten griffen unheimlich schnell zu der „Trenddiagnose“ Burnout. Dieser Satz:“Ich fühle mich erschöpft und ausgebrannt…ich habe Burnout hörte man immer mehr, immer schneller und vor allem immer deutlicher.
Bekannt ist, dass die Diagnose Burnout-Syndrom sich ab dem Jahr 2013 deutliche verringerte – und das gleich um ein Drittel.
Das prahlen mit 18 – Stunden Schichten oder dauernder Erreichbarkeit ließ nach und es war eher der schlau der sich regelmäßig Fitness und Wellness gönnt.
Da fragt man sich: Wie kommt denn das? Der Druck der Gesellschaft wächst doch stetig!?
Die Zunahme der Differenzialdiagnostik führte dazu, dass häufiger Depressionen erkannt werden, die letztlich hinter dem Modewort Burnout-Syndrom stecken.

Schauen wir mal 20.000 Jahre zurück. Die Männer klettern aus den Höhlen und verbringen den ganzen Tag damit rund 40 Kilometer zurück zu legen und am Ende des Tages einen Ochsen oder einen Büffel mit nach Hause zu bringen. Kraft, Ausdauer, Stress und ein anhaltender Adrenalin- spiegel sorgten sicherlich für große Anstrengung für Körper und Geist. Tag für Tag setzen sich diese solchem Aufwand aus um die Familie und Stammesmitglieder zu Ernähren.
Am Ende eines Monats hatten sie kein Burnout-Syndrom, keine Depression und keine Psychosomatische Betreuung…sie wurden als Helden und Stammesjäger gefeiert.

Woran liegt es also das unsere Gesellschaft so „Stressig“ ist? Liegt es an der wirtschaftlichen Lage…an den Systemen die Politik und Verbände uns vorgeben…oder liegt es vielleicht an unserer inneren Einstellung zur Arbeit?
Gibt es Menschen die sich von jeglicher Erschöpfung, Depression oder psychosomatischen Erkrankung freisprechen können, einfach, weil sie eine andere Einstellung haben wie andere?

Eine Depression kann selbstverständlich auf unterschiedlichste Weisen entstehen, das ist bekannt. Die Arbeit und Leistungsorientierte „Säule“ ist eine von drei Stützen die wir laut Wissenschaft haben. Warum lassen wir es zu, dass ein Arbeitgeber, andere Mitarbeiter oder eine Firma uns diese Säule so kaputt macht, dass wir danach psychologische Hilfe benötigen oder gar Arbeitsunfähig werden?

Alle reden von Demenz- Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen Teil III

Auf Grund der Erinnerungslücken ist Demenzkranken der Zugriff auf früheres Wissen und Erlebnisse nicht mehr möglich. Sie verlieren ihre Wahrnehmungsfähigkeit und die, sowohl räumliche als auch zeitliche Orientierung. Sie können Gegenstände, Situationen und Personen nicht mehr einordnen. Zur Bewältigung aktueller Situationen fehlt ihnen das Wissen und die Sicherheit von Ressourcen auf die sie zurückgreifen können. Es kommt häufig zu einer Vermischung von Traum, Vergangenheit und Realität. Oft leiden diese Menschen an Halluzinationen und es ist im täglichen Umgang mit demenzkranken Menschen nicht möglich, ihnen die Irrealität der Halluzination zu erklären. Aber was tun in einer solchen Situation?

Hilfreich ist es natürlich etwas über die Vergangenheit der betreffenden Person zu wissen, was die Biografie- Arbeit in Pflegeheimen eine besondere Bedeutung zukommen lässt. Aber auch im häuslichen Umfeld ist es Wichtig, über das Leben der an demenzerkrankten Person soviel als möglich zu Wissen. Viel Verhaltensweisen lassen sich darauf zurückführen.

Menschen, die an Demenz erkrankt sind, fühlen sich oft falsche verstanden, bevormundet oder herumkommandiert. Es ist wichtig,  als Pflegender auf die Situation einzugehen. Geduld und Zeit, aber auch Einfühlungsvermögen für die gerade bestehende Situation sind unumgänglich. Die pflegende Person muss sich darüber im klaren sein, dass Betroffene, auf Grund ihrer Gedächtnisstörungen, nur noch bedingt lernfähig sind. Das Meiste, was zu ihnen gesagt wird, haben sie innerhalb weniger Minuten wieder vergessen. Demenzkranke reagieren häufig verärgert, wenn man von ihnen Aufgaben verlangt, die sie nicht mehr umsetzen können, oder sie für etwas verantwortlich macht, die sie zwischenzeitlich vergessen haben. Sie fühlen sich in die Enge getrieben: zum einen, weil ihnen  vorgeworfen wird etwas absichtlich falsch gemacht zu haben, zum anderen, weil sie mit ihrer Schwäche- sich nicht erinnern zu können- konfrontiert werden.

Akzeptieren sie die Fehlleistungen des dementen Menschen. Durch den Verlust der Lernfähigkeit können sich demente Menschen nicht mehr an veränderte Situationen anpassen. Besser ist die Umgebung an die Veränderung anzupassen. Schaffen sie eine stabile Umgebung auf die sich der Erkrankte verlassen kann. Ein strukturierter Tagesablauf und bekannte Routine erleichtern den Alltag. Passen sie ihren Sprachstil an, einfache Sätze und Fragen auf die mit ja oder nein geantwortet werden kann. Vermeiden sie „Warum“-Fragen. Geben sie Zeit zum Verstehen und zur Antwort. ergänzen sie Worte durch Gesten oder zeigen.

Viele Demenzkranke mögen den körperlichen Kontakt. Die Kommunikation kann durch Berührungen wesentlich unterstützt werden und in fortgeschrittenen Stadien ist es oft die einzige Möglichkeit der Kommunikation. Wenn Worte nicht mehr verstanden werden drücken ein Lächeln, das Ergreifen und Streicheln  der Hand oder das In-den-Arm-Nehmen drücken vieles aus, was Worte nicht mehr können.

Es ist vor allen Dingen wichtig und unerlässlich, sich auf die Sichtweise der Realität des Erkrankten einzulassen und nicht zu versuchen,  ihn über die Inhaltsebene zu erreichen.